Die Geschichte von der wilden Sau…


Puzzle
Oktober 14, 2008, 12:59
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Der Erfinder dieses Spiels, kein geringerer als der Herr Puzzle höchst persönlich, hatte wahrscheinlich, oder hoffentlich, nichts Böses im Sinne, als er diese Errungenschaft auf die Menschheit los ließ. Ein Puzzle, so im Sinne des Erfinders, soll sowohl Jung wie Alt Abwechslung, Spaß und das heutzutage so hoch geschätzte Gehirntraining bieten, einfach einen Weg aufzeigen, überschüssige Energie, welche besonders an Regentagen anfällt, friedlich abzubauen, zu verwenden. Ich habe mit Absicht das Wort >>friedlich<< gewählt, denn wer meine Familie kennt, wird sicher ahnen können, dass das in meinem Elternhaus fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. 

Der Herr Puzzle wollte uns also einen solcher besagten Regentage versüßen, welcher bei mir und meinen Geschwistern aber schon mal mit einem Streit darüber begonnen hatte, ob man es denn >Puzzle< oder >Passl< ausspricht. Als mir nach dieser, ich möchte fast schon sagen, Grundsatzdiskussion, die Lust an diesem Spiel reichlich vergangen war, suchte sich meine Schwester mit ungebrochenem Willen ihr großes 1000 Teile König der Löwen Puzzle heraus.

Der Komodität und somit auch der Mobilität wegen bauten meine Geschwister und ich so große Puzzle generell auf eines von Mamas Tabletts.

Meine Schwester fängt also an , ihr 1000 Teile König der Löwen Puzzle mit Elan auf das Metall-Tablett zu bauen, als sich mein Bruder dazu gesellt, der schon immer ein Gespür dafür hatte, wann Leute am meissten Reizbar sind. Er legt sich also zu ihr auf den Boden und starrt auf das Puzzle und fängt an, ihr Teile vorzuschlagen, welche sie doch als nächstes verbauen sollte. Diese doch eher unterstützende Tätigkeit resultierte aber darin, dass in meiner Schwester, welche mit einem ohnehin schon sehr hitzigen Gemüt gesegnet ist, langsam aber sicher die Wut zu brodeln begann. Mein Bruder versuchte sie dann, wahrscheinlich, zu beruhigen, jedenfalls atmete er so dass sein Atem ihren Unterarm traf. Wem schon mal auf den entblößten Arm geatmet wurde, weiss, wie beruhigend das ist. Durch diese Geste also bestärkt, entlud sich die aufgestaute Energie in meiner Schwester, nicht friedlich, wie von Herrn Puzzle erdacht, sondern ganz explosiv mit einem metallischen „Klong“, indem sie das Tablett samt Puzzle mit beiden Händen packte, um es kurz darauf rasch aber gezielt auf den Kopf meines Bruders herabsausen zu lassen. Das war ein ganz eigener Weg meiner Schwester, ihn an ihrer Puzzle-Freude teilhaben zu lassen.



>Feuchtgebiete< von Charlotte Roche
Oktober 14, 2008, 11:29
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Vergangene Nacht habe ich mal wieder eine Nachschicht eingelegt, die mir durch das Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche doch sehr verkürzt wurde.

Feuchtgebiete handelt von der 18-jährigen Helen, die sich gleich nach ihrem Geburtstag vernünftigerweise Sterilisieren ließ, um die in der Familie vererbte Nerveninstabilität nicht an ihre Kinder weiter zu geben, und nun mit einer Analfissur und Hämorrhoiden abermals einige Zeit im Krankenhaus verbringen muss. 

Helen gibt Einblick in ihr Sexleben, intimste Körperteile und ihr doch sehr unreif, pubertäres und auch etwas krankes Hirn. Sie scheut sich nicht, ekligste und meisstens selbsterprobte Themen anzusprechen und breitzutreten, wie zum Beispiel ihre Körperhygiene und Verhalten auf öffentlichen Toiletten.

 

Dieses Buch hat mir einige, vergnügte Stunden beschert, in denen ich mich abwechselnd vor Lachen ausgeschüttet, nun endlich wissend genickt, oder voll ekel den Brechreiz unterdrückt habe. Dass ich das Buch im Krankenhaus gelesen habe, hat die gewonnenen Eindrücke äusserst passend untermalt. 

 

Fazit ist: Dieses Buch ist empfehlenswert für diejenigen, welche endlich mal wieder eine kurzweilige und lustig-komische Lektüre lesen möchten, keine Angst vor neuen Erkenntnissen über den weiblichen Körper haben, sich nicht von Fäkalsprache abschrecken lassen und deren Ekelschwelle praktisch nicht vorhanden ist.

 

Mir hats gefallen!